Zwijndrecht (Belgien) | Schwalmtal - Im belgischen Zwijndrecht wird derzeit ein Projekt zur Sanierung PFAS-belasteter Böden umgesetzt. Beteiligt sind unter anderem der deutsche Maschinenhersteller Stehr Baumaschinen, der belgische Vertriebspartner Verhaege sowie das Bauunternehmen Smet Aannemingen.
Bauforum24 Artikel (30.11.2021): Stehr-Hochfrequenz-Plattenverdichter
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PFAS-Sanierung in Belgien: Maschinentechnik aus Deutschland im Einsatz
Hintergrund: PFAS als Umweltproblem
Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) gehören zu einer Stoffgruppe, die aufgrund ihrer hohen Stabilität in der Umwelt nur schwer abgebaut wird. Sie können sich in Böden und Gewässern anreichern und über Pflanzen in die Nahrungskette gelangen. In der wissenschaftlichen Diskussion werden mögliche gesundheitliche Auswirkungen wie Beeinträchtigungen des Immunsystems oder ein erhöhtes Risiko für bestimmte Erkrankungen thematisiert.
Sanierungsansatz: Behandlung vor Ort
Im Projekt in Zwijndrecht wird auf eine sogenannte In-situ-Behandlung gesetzt. Dabei wird der belastete Boden nicht ausgebaut und entsorgt, sondern vor Ort behandelt. Ziel ist es, die Mobilität der Schadstoffe zu reduzieren. Dies erfolgt durch das Einmischen von Aktivkohle, die PFAS-Verbindungen im Boden binden kann.
Technische Umsetzung
Für die Einbringung der Zuschlagstoffe wird die Stehr Bodenstabilisierungsfräse SBF 24/6 eingesetzt. Das Verfahren ermöglicht eine gleichmäßige Durchmischung des Bodens bis in eine Tiefe von rund 40 Zentimetern. Besonderes Augenmerk liegt auf der kontrollierten Dosierung der Aktivkohle sowie der Minimierung von Staubemissionen während des Einbringungsprozesses.
Nach Angaben der Beteiligten kommen dabei Systeme zum Einsatz, die eine möglichst geschlossene Verarbeitung der feinkörnigen Materialien ermöglichen und damit Anforderungen an Arbeitsschutz und Emissionsminderung berücksichtigen.
Bedeutung für die Praxis
Das Projekt gilt als Beispiel für alternative Verfahren in der Altlastensanierung, bei denen auf den vollständigen Austausch von Böden verzichtet wird. Solche Ansätze können insbesondere bei großflächigen Belastungen eine Rolle spielen, da sie logistische Aufwände reduzieren und Eingriffe in bestehende Flächen minimieren.
Die Zusammenarbeit der beteiligten Unternehmen zeigt zudem, wie technische Lösungen aus dem Spezialtiefbau in konkreten Umweltprojekten Anwendung finden.
Weitere Informationen: Stehr Baumaschinen | © Fotos: Stehr
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