Nordhausen - Das Klärwerk Heidelberg wird derzeit um eine vierte Reinigungsstufe zur Phosphor- und Spurenstoffelimination erweitert. Schachtbau Nordhausen ist seit 2024 an dem Projekt beteiligt und übernimmt unter anderem den Rohrleitungsbau, die Lieferung der Maschinentechnik sowie die Ausrüstung der Filtrationsanlage mit granulierter Aktivkohle.
Bauforum24 Artikel (05.08.2026): Bauer beim Neubau eines Gymnasiums
Mediengang mit Abgängen für Spülwasser- und Spülluftrohrleitungen zu den 18 Filterzellen
Hintergrund des Ausbaus sind sogenannte Mikroschadstoffe oder Spurenstoffe im Abwasser. Dazu zählen beispielsweise Rückstände von Medikamenten, Kosmetika, Reinigungsmitteln, Düngemitteln und Chemikalien. Mit den klassischen mechanischen, biologischen und chemischen Reinigungsstufen lassen sich diese Stoffe nur teilweise entfernen.
Das vom Abwasserzweckverband Heidelberg betriebene Klärwerk ist für insgesamt 360.000 Einwohner und Einwohnergleichwerte ausgelegt. Neben Heidelberg werden dort auch Abwässer aus Eppelheim, Neckargemünd und Dossenheim behandelt. Mehr als 99 Prozent der Heidelberger Bevölkerung sind an die Anlage angeschlossen.
Luftbild des Neubaus vierte Reinigungsstufe
Der Ausbau des Klärwerks umfasst ein Investitionsvolumen von mehr als 50 Millionen Euro und wird durch das Land gefördert.
Rohrleitungen bis DN 1200
Schachtbau Nordhausen errichtet im Rahmen des Projekts eine Behandlungsstufe zur Phosphor- und Spurenstoffelimination. Zum Einsatz kommen eine Ozonierung und eine nachgeschaltete Filtration mit granulierter Aktivkohle (GAK).
Der Auftrag umfasst neben dem Rohrleitungsbau auch die Lieferung der Maschinentechnik und die Ausrüstung der GAK-Filtration. Verbaut wurden Edelstahlrohrleitungen in Dimensionen von DN 50 bis DN 1200.
Zur gelieferten Maschinentechnik gehören unter anderem Gebläse für die Luftrückspülung der GAK-Filter und ein Spülwasserpumpwerk. Darüber hinaus errichtet Schachtbau die Brauchwasserversorgung, die Fällmitteldosierung und die Druckluftversorgung.
Die Filtrationsanlage verfügt über insgesamt 18 Filterzellen.
Drei Stufen für die zusätzliche Reinigung
Die Inbetriebnahme der neuen Reinigungsstufe ist für Herbst 2027 vorgesehen. Zunächst wird das Abwasser über ein neues Hebepumpwerk um rund zehn Meter angehoben. Anschließend durchläuft es die weitere Anlage im freien Gefälle.
Die Prozesskette besteht aus Ozonbehandlung, Fällung und Filtration. Bei der Ozonierung werden schwer abbaubare Stoffe behandelt. In der anschließenden Fällungsstufe werden unter anderem gelöste Stoffe wie Phosphor mithilfe von Metallsalzen in Flocken überführt. In der abschließenden Filtration kommen Filter mit granulierter Aktivkohle zum Einsatz.
Nach Angaben von Schachtbau können mit der vierten Reinigungsstufe künftig bis zu 6.600 Kubikmeter Abwasser pro Stunde behandelt werden.
„Durch die vierte Reinigungsstufe werden im Klärwerk zukünftig pro Stunde bis zu 6.600 Kubikmeter Abwasser gereinigt, das anschließend wieder in die Natur zurückgeführt werden kann“, erklärt Schachtbau-Projektleiter Dominik Koch.
Mit der geplanten Inbetriebnahme im Herbst 2027 soll die zusätzliche Reinigungsstufe die bestehende Abwasserbehandlung des Klärwerks Heidelberg ergänzen.
Weitere Informationen: SCHACHTBAU NORDHAUSEN | © Fotos: SCHACHTBAU NORDHAUSEN
Bauforum24

Diskutiere mit!
Du kannst jetzt antworten und Dich später anmelden. Wenn du bereits einen Account hast kannst du dich hier anmelden.
Note: Your post will require moderator approval before it will be visible.