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Caterpillar Dortmund wird geschlossen

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Der US-Konzern Caterpillar schließt drei NRW-Werke mit 1200 Mitarbeitern. Betroffen sind Dortmund, Lünen und Wuppertal. Belegschaft überrascht.

 

Der Baumaschinen-Konzern Caterpillar will drei Standorte in Nordrhein-Westfalen schließen. Betroffen seien die Standorte Dortmund, Lünen und Wuppertal mit rund 1200 Beschäftigten, berichtete Unternehmenssprecher Erik De Leye auf Anfrage unserer Redaktion. Allein im Caterpillar-Werk in Dortmund geht es demnach um 650 Mitarbeiter, in Lünen seien es 500 und in Wuppertal 40 Beschäftigte. In Dortmund fertigt die Belegschaft des US-Konzerns derzeit große Bagger für den Übertage-Bergbau, etwa für Kohleminen in Australien oder Nordamerika. Teile der Produktion sind bereits in der Vergangenheit von NRW nach Indonesien verlagert worden. Mit der nun geplanten Schließung könnte nun die gesamte Fertigung abwandern.

 

Caterpillar-Sprecher Erik De Leye erklärte, für bestimmte Bergbauprodukte suche das Unternehmen derzeit nach Alternativen, um die Kosten zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Die Standorte Lünen und Wuppertal gehören zum sogenannten Longwallgeschäft von Caterpillar, zu dem vor allem die Produktion von Ausrüstung für den Untertage-Bergbau gehört. Das Unternehmen bestätigte die Schlieβungspläne für die Standorte Lünen und Wuppertal sowie eine angestrebte Verlagerung der Produktion an andere Standorte.

 

Bagger für Kohle-, Kupfer- und Diamantenminen

 

Das Werk Dortmund ist Teil des Geschäfts von Caterpillar mit Groβhydraulikbaggern, die beim Abbau von Ölsand sowie in Kohle-, Kupfer- und Diamantenminen zum Einsatz kommen. Auch für diesen Standort strebe das Unternehmen eine Schließung und Produktionsverlagerung an, berichtete Konzernsprecher Erik De Leye.

 

Die Beschäftigten sind am Donnerstag über die geplanten Einschnitte informiert worden. Aus dem Kreis der Teilnehmer in Dortmund war zu hören, die Stimmung vor Ort habe zwischen Überraschung, Verärgerung und Resignation geschwankt. Es gebe die Erwartung, dass sich die Schließung kaum noch abwenden lassen werde.

„Völlig unerwartet getroffen“

 

„Die Nachricht über die beabsichtigte Schließung hat die Arbeitnehmer im Werk Dortmund völlig unerwartet getroffen“, sagte der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Markus Schlegel. „Es waren im Vorfeld keinerlei Anzeichen erkennbar, die eine solche Entscheidung vermuten ließen.“

 

Der Caterpillar-Standort im Dortmunder Stadtteil Dorstfeld hat eine lange Tradition. Bereits im Jahr 1893 eröffnete das Vorgängerunternehmen O&K (Orenstein & Koppel) eine Dortmunder Fabrik, in der unter anderem dampfbetriebene Bagger und Dampflokomotiven-Wagen hergestellt wurden. Heute läuft das Geschäft für große Hydraulikbagger unter der Marke Caterpillar Global Mining HMS GmbH. Die Geräte werden in aller Regel per Schiff zu den Kunden im fernen Ausland transportiert.

 

„Wir werden nun gemeinsam mit den betrieblichen Interessenvertretern die Situation analysieren und Konzepte zum Erhalt der Arbeitsplätze am Standort Dortmund erarbeiten“, sagte Olaf Kamhöfer von der IG Metall in Dortmund. In der nächsten Woche wolle das Unternehmen gegenüber den Arbeitnehmervertretern erste konkretere Pläne darlegen, teilte die Gewerkschaft mit. Für den 16. Marz sei eine Betriebsversammlung geplant.

 

Wichtigste Absatzmärkte liegen im Ausland

 

Über NRW hinaus verfügt der US-Konzern Caterpillar laut Unternehmenswebsite noch über Standorte in Wackersdorf sowie Fertigungsstätten in Kiel, Mannheim und Rostock.

 

Im Geschäftsbericht der Dortmunder Caterpillar Global Mining HMS GmbH, den das Unternehmen im Bundesanzeiger veröffentlicht hat, heißt es, im Geschäftsjahr 2018 seien 149 Geräte ausgeliefert worden – nach 90 Geräten im Vorjahr. Der Netto-Umsatz sei von 156,7 Millionen Euro auf 313,1 Millionen Euro gestiegen. Der wichtigste Absatzmarkt sei Afrika mit 50 ausgelieferten Geräten gewesen. Danach folgen Asien-Pazifik mit 42, Indonesien mit 24 und die USA mit zehn Geräten. Die restlichen 21 Geräte verteilen sich mit Europa (11) und das restliche Nord- und Südamerika (10 Geräte).

 

Seinen Weltmarktanteil an Mining-Baggern konnte das Unternehmen eigenen Angaben zufolge sogar von 11,3 auf 11,9 Prozent leicht erhöhen. Unter dem Strich stand im Jahr 2018 ein Gewinn in Höhe von 29,5 Millionen Euro.

Unternehmen hatte von positiver Entwicklung berichtet

 

Dem Bericht im Bundesanzeiger zufolge, der im Oktober vergangenen Jahres veröffentlicht worden ist, war es zu diesem Zeitpunkt das Ziel, den Standort in Dortmund weiterhin als einen der Hauptstandorte für Hydraulik-Bagger für den Mining-Geschäft von Caterpillar zu führen. Die kleinsten Bagger sollten allerdings zukünftig durch eine Schwestergesellschaft in Indonesien gebaut werden.

 

Für das Geschäftsjahr 2019 hatte das Unternehmen eine positive Entwicklung bei der Nachfrage erwartet. Vor allem für den Absatz von Kleingeräten ging Caterpillar in Dortmund von einem weiteren Anstieg der Absatzzahlen aus. Der Absatz von Großgeräten sollte im Jahr 2019 ebenfalls leicht ansteigen.

... oben der aktuelle Artikel in der Westfälischen Rundschau vom 2020-03-05.

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Ironie AN: " Wer möchte bei der Abwicklung helfen?"

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Schelsie

Die Gefahr einer Standortschließung ist immer gegeben, wenn ein Unternehmen ( hier Ex O&K ) in Ausländische Hände gerät. Die Aufkäufer sind oft nur an den Patenten und Marktzugängen interessiert. Mittelfristig werden dann immer weitere Produktlinien in Länder mit geringeren Stückkosten verlagert, bis der deutsche Standort aufgegeben werden kann. Die Entscheidungen werden dann fernab von Deutschland an einem Schreibtisch gefällt, dem Deutschland völlig egal ist. Das ist natürlich sehr traurig für die Mitarbeiter und natürlich auch sehr schlecht für unser Land. Selbst wenn die Geschäfsleitung eines amerikanischen Konzerns beteuert, den Standort zu erhalten, muß man wissen, das bei US Unternehmen die Verträge der Vorstandsmitglieder immer nur 5 Jahre laufen. Der Nachfolger kann eine andere Strategie haben und das Versprechen gilt dann nicht mehr. Mich wundert immer wieder, warum die Politik hier tatenlos zuschaut. In Frankreich wäre das sicher nicht so einfach möglich.

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