Mercedes-Benz Future Bus Weltpremiere

Video: Erste autonome Fahrt im Stadtverkehr

Amsterdam (Niederlande), Juli 2016 - Auf einer rund 20 km langen Strecke in Amsterdam absolvierte der Mercedes-Benz Future Bus mit CityPilot seine erste autonome Fahrt im Stadtverkehr. Der Bus fährt auf einem Teilstück der längsten Expressbus- Linie Europas (Bus Rapid Transit, BRT) bis zu 70 km/h.


Bauforum24 TV Video (22.06.2016): Daimler Trucks bringt Lkw ins Internet


Bauforum24 TV Video - Mercedes-Benz Future Bus:

Auf seiner erster autonomen Fahrt hält der Future Bus zentimetergenau an Haltestellen und Ampeln, fährt automatisch an, durchquert Tunnel, bremst für Hindernisse sowie Fußgänger auf der Fahrbahn und kommuniziert mit Signalanlagen. Der Fahrer ist an Bord und überwacht das System, wird dabei aber erheblich entlastet. Daimler Buses ist nach eigenen Angaben der weltweit erste Hersteller, der einen Stadtbus im realen Verkehrsgeschehen automatisiert fahren lässt.

Dr. Wolfgang Bernhard, Mitglied des Vorstands der Daimler AG und verantwortlich für Daimler Trucks & Buses: „Mit unserem Highway Pilot haben wir vor knapp zwei Jahren gezeigt: autonomes Fahren wird den Lkw- Fernverkehr effizienter und sicherer machen. Jetzt bringen wir diese Technologie in unsere Stadtbusse: den CityPilot. Das System ist eine Weiterentwicklung des Highway Pilot, speziell für Großstädte. Damit fahren wir teil-autonom auf speziell ausgewiesenen Bus-Spuren. Das macht den öffentlichen Nahverkehr effizienter, sicherer und leistungsfähiger: mehr Menschen können schnell, pünktlich und komfortabel von A nach B kommen. Busbetreiber, Busfahrer, Fahrgäste – alle profitieren.“

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Mercedes-Benz Future Bus

Hartmut Schick, Leiter Daimler Buses: „Neben unserer starken Produktpalette sind es vor allem unsere Technologiekompetenz und Innovationskraft, die Daimler Buses weltweit so erfolgreich machen. Der Mercedes-Benz Future Bus mit CityPilot demonstriert einmal mehr unsere Führungsrolle im Busgeschäft. Diese Position beanspruchen wir auch in Zukunft. Deshalb investieren wir in den nächsten fünf Jahren rund 200 Mio. Euro in die Weiterentwicklung unseres Stadtbus Portfolios. Die Vorteile des CityPilot für unsere Kunden liegen auf der Hand: Unser Future Bus ist verbrauchseffizient und aggregatschonend unterwegs. Das wirkt sich positiv auf Unterhalt, Wartungskosten, Lebensdauer und Verfügbarkeit aus.“

CityPilot für autonomes Fahren

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Mercedes-Benz Future Bus Weltpremiere in Amsterdam

Der erste Schritt zum vollautomatisierten Fahren mit Bussen im Stadtverkehr bietet sich für BRT-Linien mit separaten Trassen an. Der Future Bus erkennt laut Hersteller, ob die Strecke für automatisiertes Fahren geeignet ist und signalisiert dies dem Fahrer. Ein Tastendruck vom Busfahrer, schon ist der CityPilot aktiviert. Voraussetzung: Der Fahrer nimmt dabei den Fuß von Gas- oder Bremspedal und lenkt nicht, denn jede Fahreraktivität überlagert den CityPilot – der Fahrer bleibt stets Herr des Verfahrens und kann die Kontrolle übernehmen. Der CityPilot umfasst sowohl aktuelle Assistenzsysteme, die zum Beispiel für die Reisebusse von Mercedes-Benz verwendet werden, als auch zusätzliche Systeme, die teilweise von Daimler Trucks übernommen und für den Stadtverkehr weiterentwickelt wurden. Die Ausstattung umfasst Fern- und Nahbereichsradar, eine Vielzahl von Kameras sowie das satellitengesteuerte Ortungssystem GPS. Zukunftsweisend ist die intelligente Vernetzung der Kameras und Sensoren. Durch sie entsteht ein präzises Bild der Umgebung und der exakten Position des Omnibusses.

Unterwegs im Mercedes-Benz Future Bus mit CityPilot

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Mercedes-Benz Future Bus auf seiner ersten autonomen Fahrt

Beispiel Amsterdam: Vor dem Bus leuchtet eine spezielle Ampel auf. Zwei rote Punkte nebeneinander bedeuten auf dieser Ampel Stopp, zwei weiße Punkte übereinander freie Fahrt. Die Ampel springt auf Weiß, sanft setzt sich der Bus in Bewegung und ordnet sich in seiner Spur ein. Die Stellung des Lichtsignals erkennt der CityPilot über sein aufwendiges Kamerasystem. Darüber hinaus kommuniziert das Fahrzeug über ein WLAN-System mit der Streckeninfrastruktur und erhält so Informationen zum Ampelstatus. So kann gezielt eine grüne Welle „erfahren“ werden. Zwei Brücken, eine Unterführung. Der Omnibus hält sicher seine Spur. Nach dem Ortsende beschleunigt er auf die erlaubten 70 km/h. Das Maximaltempo ist programmiert, auch bei dieser Geschwindigkeit lenkt nicht der Fahrer. Automatisiert kommt der Bus auch an die Haltestelle: anhalten, Türen öffnen und schließen, abfahren. Rote Ampel voraus – sicher und sanft bremst der Omnibus ganz von alleine ab und kommt zum Stehen. Während die Ampel umspringt, laufen noch Fußgänger über die Straße. Der Bus verharrt, lässt sie vorüber, wartet mit dem Anfahren, bis die Fahrbahn frei ist. Zur Vermeidung einer Kollision verfügt der CityPilot über ein automatisches Bremssystem, das selbsttätig eine Zielbremsung einleitet.

Der Mercedes-Benz Future Bus mit CityPilot als Technologieträger liefert Daimler Buses wichtige Erkenntnisse für diese konsequente Weiterentwicklung des Stadtbus der Zukunft. Im Fokus der Entwicklung stehen dabei emissionsfreie Antriebe, die Weiterentwicklung von Fahrerassistenzsystemen bzw. die Teilautomatisierung von Fahrfunktionen – wenn unter anderem die gesetzlichen Rahmenbedingungen stimmen - sowie Themen rund um die Vernetzung des Busses mit der Infrastruktur, beispielsweise BRT-Betriebssystemen, sowie seine Elektrik/Elektronik- Architektur.

Neues Design

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Futuristisches Innendesign des Mercedes-Benz Future Bus

Der Mercedes-Benz Future Bus ist viel mehr als nur ein Technologieträger fürs autonome Fahren: Für diesen Stadtbus hat das Team von Daimler Buses eine konkrete, attraktive Vision für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) entworfen, die mit zahlreichen Konventionen bricht. Der rund zwölf Meter lange Solobus auf Basis des Weltbestsellers Citaro weist völlig neue Wege für das Design; zum Beispiel besticht das Fahrzeug durch die asymmetrische und dadurch moderne, attraktive Gestaltung des Exterieurs. Das Interieur ist offen und hell gestaltet. Der durchgehend niederflurige Bus teilt sich in drei Raumbereiche: Vorn ist der Bereich „Service“ in Fahrernähe angesiedelt, in der Mitte in Türnähe der Bereich „Express“ für kurze Strecken mit Schwerpunkt auf Stehplätze und schnellen Fahrgastfluss. Hinten schließt sich „Lounge“ an, gedacht für eine längere Verweildauer. Smartphones der Fahrgäste können dabei kabellos, d. h. induktiv, geladen werden. Das völlig neu gestaltete Cockpit ist integrierter Bestandteil des Raums. Der Fahrer erhält die für ihn notwendigen Informationen auf einem großen Display in einer innovativen Darstellung. Er kann sich ganz auf seine Kernaufgaben konzentrieren, ein elektronisches Ticketsystem macht den herkömmlichen Verkauf und die Kontrolle von Fahrscheinen durch den Fahrer überflüssig. Das Ticketsystem ist ein wesentlicher Teil der Konnektivität des Omnibusses.

BRT-Linien sind prädestiniert für autonomes Fahren

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Mercedes-Benz Future Bus

Eine immer gleiche Strecke auf separater Trasse, ein klar definierter Fahrplan, eindeutige und identische Aktionen an Haltestellen: Stadtlinienbusse auf BRT-Linien sind prädestiniert für das autonome Fahren. Deshalb hat Daimler Buses seinen Mercedes-Benz Future Bus mit CityPilot auch auf einem Teilstück der längsten BRT-Linie Europas in Amsterdam auf Jungfernfahrt geschickt. Sie verbindet den Flughafen Amsterdam Schiphol mit der Stadt Haarlem. Die knapp 20 km lange Strecke bedeutet für den Mercedes-Benz Future Bus eine echte Herausforderung: Sie ist kurvenreich, führt durch Tunnels und über Ampelkreuzungen. Dank der Technologie des CityPilot meistert der Bus die Strecke souverän.

Vorteil von BRT-Systemen: Sie sind für Stadt- und Verkehrsplaner schnell eingerichtet, kostengünstig und flexibel. Sie verringern das Verkehrsaufkommen, mindern die Abgas- und Geräuschemissionen, steigern die Reisegeschwindigkeit und verbessern damit insgesamt die Lebensqualität. Daimler Buses zählt seit jeher zu den Pionieren derartiger Systeme. Heute bestehen laut Experten weltweit rund 180 BRT-Systeme auf allen Kontinenten mit einer Flotte von etwa 40 000 Omnibussen. Sie allein befördern täglich rund 30 Millionen Fahrgäste.

Fortlaufend werden neue BRT-Strecken geplant und konzipiert. Dabei Seite 5 beraten und unterstützen Verkehrsexperten von Daimler Buses Städte in aller Welt, ein branchenweit einmaliger Service. Als BRT-Region gilt vor allem Südamerika, dessen rasant wachsende Metropolen mit BRT-Systemen erschlossen werden.

Weitere Informationen: Daimler Buses Website

( © Fotos: Daimler )


Allgäu - Busfahrer

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In Hochfriquentieren Zeiten denke ich, wird das mit den drei Raumbereichen wird in der Praxis nicht funktionieren .. Die lägsgerichteten Sitzbänke nehmen zu viel Platz in Anspruch ...  Die meisten Fahrgäste wollen auch bei Kurzstrecken einen Sitzplatz. Auch bei der Anordnung der beiden Türen in der Mitte des Fahrzeuges sehe ich in Stoßzeiten ein Problem. Da es zu längeren Standzeiten an den einzelnen Haltestellen kommen wird, sind verspätungen im Fahrplan wohl unvermeidbar.

Aber wird sich zeigen ... das Design ist jedenfalls gelungen. :bagger:

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