Komatsu D61PXi-24 mit 3D Steuerung

Dränagen in hoher Präzision mittels GPS

Schortens, Mai 2018 -  Neue, digitale Wege bei der Vermessung, Planung und Ausführung von Baustellen geht das Familienunternehmen Taddigs Kulturbau aus Schortens an der Nordseeküste. 2017 erfolgte die Digitalisierung von Laser- auf 3D-Maschinensteuerungstechnik mittels GPS, welche die Herstellung von Dränagen in hoher Präzision ermöglicht. 2018 kommt nun, in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Schlüter für Baumaschinen, auch eine GPS unterstütze Planierraupe dazu.


Bauforum24 TV Video (18.09.2017): Komatsu D51PXi-24 Planierraupe


v.l.n.r.: Niklas Schell (Junior GF Taddigs) und Thorsten Schell (GF Taddigs) vor der Komatsu Planierraupe D61PXi-24 und mit dem Quad zur Geländevermessung
v.l.n.r.: Niklas Schell (Junior GF Taddigs) und Thorsten Schell (GF Taddigs) vor der Komatsu Planierraupe D61PXi-24 und mit dem Quad zur Geländevermessung

Thorsten Schell ist Geschäftsführer der Firma Taddigs in zweiter Generation und auch die Nachfolge ist gewährleistet. Sohn Niklas ist nach seiner Ausbildung zum Rohr- und Leitungsbauer ebenfalls schon im Unternehmen aktiv und befasst sich mit der Erstellung und Auswertung von Geländedaten.

Thorsten Schell: „Wir liefern die Dränage in neuer Dimension. Das heißt, wir messen die Geländeparameter nicht mehr wie herkömmlich mit einem Laser auf, sondern jetzt mittels GPS und können dadurch am Computer die individuelle Lage der einzelnen Dränagestränge planen.“

Wo früher hektarweit über Flächen gelaufen und alle 50 Meter ein Punkt aufgemessen werden musste, werden heute mit einem mit RTK-GPS ausgerüsteten Quad pro Hektar ca. 600 - 700 Geländepunkte aufgenommen und direkt ins Büro übertragen. Dort wird mit der passenden Software ein Geländemodell der Fläche erstellt, welches im Anschluss die optimale und individuelle Planung der Dränage ermöglicht. Die Dränage wird dann mit einer Dränagemaschine, die über eine GPS unterstützte 3D-Maschinensteuerung mit Autopilot System verfügt, verlegt. Abschließend bekommt der Kunde einen Ausführungsplan der GPS aufgemessenen Dränagestränge mit farblich dargestellter Topographie.

Die Komatsu Planierraupe D61PXi-24 im Einsatz bei der Oberflächenbearbeitung auf einer landwirtschaftlichen Fläche
Die Komatsu Planierraupe D61PXi-24 im Einsatz bei der Oberflächenbearbeitung auf einer landwirtschaftlichen Fläche

Durch eine Dränage wird überschüssiges freibewegliches Wasser im Boden abgeführt, dadurch sinkt der Grundwasserspiegel und die Sauerstoffzufuhr wird gefördert. Dränierte Böden erwärmen sich schneller und werden fruchtbarer. Das Pflanzenwachstum ist, dank kräftiger Wurzeln und guter Nährstoffzufuhr, deutlich erhöht: Es sind Mehrerträge von bis zu 100% möglich. Weiterer positiver Nebeneffekt: Dränierte landwirtschaftliche Flächen sind besser befahrbar.

Thorsten Schell: „Seitdem unsere Kunden die farblich dargestellten 3D Geländemodelle sehen, in denen die bestehenden Senken und Höhenbereiche einer Fläche besonders gut zu erkennen sind, bekommen wir häufig Anfragen, ob wir auch Planierarbeiten zur Oberflächenentwässerung anbieten können. Eine Lösung fanden wir in der GPS gesteuerten Planierraupe D61PXi-24 von Komatsu, welche über eine intelligente 3D Maschinensteuerungstechnik und automatische Schildsteuerung verfügt."

Bearbeitung des Geländemodells am Computer unter Berücksichtigung jeglicher Gefälle
Bearbeitung des Geländemodells am Computer unter Berücksichtigung jeglicher Gefälle

Bei der Planierraupe D61PXi-24 von Komatsu wurde die, üblicherweise am Schild installierten, Maschinensteuerungskomponenten durch eine auf dem Kabinendach montierte Antenne, eine hochpräzise inertiale Messeinheit (IMU+) und Hydraulikzylinder mit Hubwegsensoren ersetzt. Die in die Zylinder integrierten Sensoren sind robust und arbeiten millimetergenau. Das tägliche An- und Abbauen von Antennen und Kabeln am Schild ist nicht mehr nötig und der damit verbundene Verschleiß der Komponenten entfällt.

Die Planierraupe ist in der Lage, Gelände vom Grob- bis zum Feinplanum zu erstellen und das in jeder Geschwindigkeit, sowie vorwärts und rückwärts fahrend. Je nach Geländemodell und Material hebt und neigt die Planierraupe das Schild automatisch. Hierdurch wird vermieden, dass zu viel Material vor dem Schild verbleibt und die Ketten durchdrehen. Das spart enorm Kraftstoff, entlastet den Fahrer und mindert den Verschleiß.

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Komatsu D61PXi-24 neben Dränagepflug Dynapac 785

Mit den für das Geländemodell aufgenommen digitalen Daten ist das Unternehmen Taddigs in der Lage, die anstehenden Planier- und Erdarbeiten softwareunterstützt zu planen. So kann ein optimales Oberflächenprofil designt werden. Ist- und Soll-Zustand werden genau dargestellt. Es kann jeder Arbeitsschritt genauestens geplant werden, da das System automatisch jeden Gefällewechsel erkennt, notiert und einen exakten Geländeplan mit den notwendigen Arbeiten erstellt.

Im Anschluss wird das entstandene Design auf die Planierraupe aufgespielt und umgesetzt. Selbst bei komplexen Geländemodellen ist so eine bestmögliche Oberflächenentwässerung garantiert. Im Vergleich zu herkömmlichen lasergesteuerten Methoden sollen durch die exakte Planung etwa 50-80% weniger Erdbewegungen anfallen. Dies hat den entscheidenden Vorteil, dass der Oberboden durch den geringstmöglichen Abtrag geschützt wird.

Thorsten Schell: „Die exakte Planung ermöglicht uns das effektive oberbodenschonende Planieren und Profilieren des Geländes. Zudem stellen wir bei unserer Planung sicher, dass in der zukünftigen Topographie auch das Verlegen einer Dränage möglich ist. Für den Kunden bietet eine gute Oberflächenentwässerung zudem den Vorteil seine Flächen effektiver Nutzen zu können. “

Bauforum24 TV Video; Komatsu D51PXi Planierraupe

Weitere Informationen: Schlüter Website, Taddigs Website, Komatsu Website | © Fotos: Schlüter Baumaschinen


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