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Ibrakadabra18

Auswahl Mauerwerk beim Hausbau? KS, WDV, Poroton?

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Ibrakadabra18
Hallo,

bin noch unschlüssig mit welchem Stein ich mauern möchte, habe 2 Maurer im Bekanntenkreis und jeder ist anderer Meinung,

Maurer 1: Kalksandstein + Dämmung

Maurer 2: Poroton T-8-P ohne Dämmung

was ist die vermeintlich bessere Variante und warum?

Was ist kostengünstiger?

Danke im Voraus für die Antwort

MfG

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Aka
WDV-System würde ich im Naubaubereich nicht mehr machen... das ist eine Notlösung für den Altbau, wobei ich selbst hier auch möglichst alles andere als das übliche organische Kunstoffzeugs nehmen würde... Mineralschaum bzw. diese mit Perlite gefüllten Dämmsteine (Fa. Schlagmann), die als 2. Schale vor die Fassade gemauert werden.

Im Neubau gehts meiner Meinung nach nur um die Frage gefüllter Ziegel (Perlite oder Dämmwolle) oder ungefüllt oder -Cheffe bitte weghören- Holzbau, Holzrahmenbau, etc..
Es gab Zeiten, da war der Massivbau zumindest im EFH-Bereich praktisch schon totgesagt... diese hochdämmenden Ziegel (Ungefüllt, perlite- oder dämmwollgefüllte Ziegel) sind die Antwort der Ziegelindustrie um wieder am Rennen teilnehmen zu können.

Da die Gefüllten preislich teils jenseits von Gut und Böse sind, sind die Ungefüllten auch eine gute Alternative.
Von den Dämmwerten kommen die fast an die Gefüllten ran, der Unterschied über den wir mit unseren Bauherren oft & lange diskutieren ist die Rissproblematik bzw. bei größeren Objekten ists auch eine statische Frage.

Die Gefüllten (Fa. Schlagmann) haben breite / starke Stege, was zwar einem guten Dämmwert entgegensteht, jedoch wird dies durch die Perlite- / Dämmwollfüllung mehr als ausgeglichen.

Die Ungefüllten sind in der Kunst Luft zu verpacken sehr ausgefeilt -Dämmen, dämmende Materialien zu entwickeln ist nichts anderes als Luft geschickt zu verpacken. Wenn man sich die Struktur dieser Steine ansieht, dann sind das sehr feine dünne Stege / Kammerstrukturen.
Dadurch büßen solche Steine bei der Stabilität ein und sich daher halt auch etwas anfällig dafür, dass sich hier und da auch einmal ein Riss im Mauerwerk zeigt.

Ist man ein Bauherr, der pragmatisch denkt, auch mal einen Riß verkraftet, den man einfach beim nächsten Malern wieder verschließt, dann ist man mit solche Ziegeln ganz gut bedient... z.B. hat einer unserer Poliere in den letzten Monaten erst selbst gebaut und hat nicht zuletzt wegen des Preises zu nem ungefüllten Stein gegriffen.


T8 (perlitegefüllt) Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit 0,080 W/(mK)
U8 (ungefüllt) Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit ebenfalls 0,080 W/(mK)


PS: Ein weiterer Vorteil, wenn man heute ohne WDV-System baut ist, dass man sich die Möglichkeit der zusätzlichen Dämmung in Form eines WDV-Systems für die Zukunft noch offen hält... wer weiß wie die Energiepreise in der Zukunft genau aussehen, vielleicht ist man in 20 oder 30 Jahren froh das heute gebaute Haus mit ein paar Zentimeter WDVS in ein Passivhaus verwandeln zu können.

Edited by Aka

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Ibrakadabra18
Danke für die Antwort , hat mir weitergeholfen

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Maulwurfmax
Servus beinand,

das Mauerwerk hat drei Hauptaufgaben zu erfüllen:

- Tragfähigkeit
- Wärmeschutz
- Schallschutz.

Jetzt ist bloß das Problem, dass ein Mauerwerk mit sehr guten Wärmeschutzeigenschaften eine geringe Rohdichte hat und somit weniger Tragfähigkeit und weniger Schallschutz bittet. Also wird man einen Kompromiss zwischen Tragfähigkeit, Wärmeschutz und Schallschutz finden müssen.

Bei Mauerwerk mit WDV-System möchte man die guten Eigenschaften des Kalksandsteins (hohe Rohdichte = sehr gute Tragfähigkeit und sehr guter Schallschutz) mit den Eigenschaften des Dämmstoffs (sehr guter Wärmeschutz) kombinieren.

Bei Mauerwerk mit gefüllten Ziegelsteinen gilt praktisch das Gleiche.

@ Aka

Thema Risse: In welchen Bereichen treten die Risse auf? Im Übergang Wand-Decke? eusa_think.gif

Gruß Max Edited by Maulwurfmax

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Aka
Der Übergang Wand-Decke ist schon immer ein Problembereich gewesen. Speziell die hochwärmedämmenden und daher sehr filigranen Steine sind einfach statisch etwas im Nachteil... oder besser gesagt die sind halt um beim Zielkonflikt zwischen Statik und Wärmedämmung den besten Kompromiss zu erreichen im Grenzbereich... quasi ein High-Tech-Produkt... ein Formel 1 Renner ist halt auch filligraner und kann nicht die Belastungsreserven eines Baustellenlasters haben.


Das geht ja schon bei der Verarbeitung los... wer schon einmal so einen Stein hochgehoben hat, der weiß, dass man die Dinger schon fast wie rohe Eier behandeln sollte... kommt dann halt -vielleicht auch nur temporär- mal etwas mehr Last als von der "berechneten" Statik vorgesehen, dann kann es halt passieren... bricht halt "wie Harry" das Zeug.

Sollte man auch aufpassen -haben wir gerade wieder erlebt, die Architektin hat nur ein zwei Tage nicht aufgepaßt-, dass die Gewerke, wie Sanitär, Elektro, usw. wissen, wie das heute so mit den Mauerschlitzen funktioniert... man glaubt gar nicht was man da noch so erleben kann, wenn statt der Mauerfräse für ein 3x 1,5mm² die große Hilti geschwungen wird.

Wie genau, wie fein das inzwischen austariert ist, sieht man ja auch beispielsweise an diesem V+ Zeugs, wo das Mauerwerk aus Stabilitätsgründen mit einem Vlies in der Klebefuge quasi bewehrt wird... wobei man davon schon wieder abkommt... zumindest bei uns hier... ist ja auch ein enormer nicht zu vernachlässigender Aufwand bei der Verarbeitung.

Dabei will ich aber absolut nicht sagen, dass die Steine schlecht wären ... würde ich selbst bauen, würde ich wahrscheinlich auch diese ungefüllten und trotzdem hochwärmedämmenden Steine nehmen.

Das Problem ist halt heutzutage die Einstellung so mancher Bauherren... da muß man sich sehr gut überlegen, wem man welchen Stein verkauft... dieses Klientel kennt bestimmt jeder, wo man lieber zu 200% auf Nummer sicher geht bevor man hinterher wegen ein paar Rissen einen riesigen Zirkus hat.

Da werden Bodenplatten und Fundamente schon einmal "doppelt so stark" und auch teurer nur um absolut nichts zu riskieren... teils sind wir inzwischen auch soweit, dass wir zwar noch Angebote abgeben, aber über den Preis sehr genau aussortieren, wen wir als Bauherren haben wollen und wen besser nicht.


Noch so ein Thema bei den Steinen mit den schwachen Stegen ist die Witterung während der Bauphase (noch ohne Außenputz),... vor ein paar Jahren gab es hier bei uns einen sehr strengen Winter. Da gab es Fassaden, die vorher durch Regen durchfeuchtet wurden und anschließend hat der Frost dafür gesorgt, dass die äußerste Ziegelschicht abgeplatzt ist.
Gut das ist eine Extremsituation, wenn starker Regen der an die Wetterseite klatscht und anschließend extremer Frost zusammenkommen. Ist ja notfalls auch kein Problem gefährdete Bereiche (Wetterseite, Giebel, etc.) z.B. mit einer Plane vor Nässe zu schützen... oder am besten gucken, dass rechzeitig vor dem Winter der Außenputz drauf ist.

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