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Hürlimann Traktoren - ausführliche Chronik 1929 bis 1983

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André
Klasse Bericht! Macht Freude zu Lesen top.gif

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Boogie_blaster
Alter Schwede. Das nenn ich einen spannenden, gut gemachten Bericht! Ich persönlich interessiere mich ja nicht im Ansatz für Traktoren, aber bei so viel Liebe zum Technik-Detail und klasse Bildern ist das in dem Fall völlig egal! Kompliment!

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swiss-kobelco-driver

Erstmal vielen Dank für die lobenden Worte und das Interesse an dem Beitrag.

Das ganze gäbe eigentlich eine heiden Arbeit , doch zum Glück hab ich das ganze ja schon geschrieben fürs letzte Buch also muss ich den Bericht nur noch mit neuen Bildern schmücken und die Bildtexte aus dem Kopf zaubern.

So nun wollen wir mal weiter machen wir zählen das Jahr 1951. Der wirtschaftliche Aufschwung in der Schweiz führt zu immer mehr Treibstoffverbrauch. Bei der Erdöl-Raffinerei gibt es auch Nebenprodukte , bei der Herstellung von Benzin ist dies der Petrol. Die Petrolpreise sinken in der Schweiz auf ein minium, sogar billiger als Diesel. Hans Hürlimann zieht selbst den Dieselmotor vor weil er sparsamer ist , die bessere Leistung hat und weniger anfällig ist auf Störungen. Damit er aber wettbewerbsfähig bleibt gegenüber der Konkurrenz führt er eine Modellpalette an Petrol Traktoren ein.

Als erste Variante baute man den H 20 Petrol Traktor. Dafür verwendete man einen Hürlimann D 100 Dieselmotorblock , setzte diesem einen Zylinderkopf für Petrolbetrieb auf ( weniger Verdichtung, Zündkerzen) und ersetze die Einspritzpumpe durch ein Regleraggregat mit Zündverteiler. Die Petrolvergaser-Vorwärmung war im Auspuffkollektor integriert.

H57.jpg






Vom Modell H20 wurden sehr wenige Exemplare gebaut in der Zwischenzeit konstruierte man im Werk neue Modelle den H 12 ab 1952 und den H 10, H17 und H 19 ab 1953.

Der kleine Diesel Schlepper D 50 mit 2 Zylinder Diesel wurde ersetzt durch das Modell D60.

In Deutschland kennt man Petrol Traktoren meines Wissens gar nicht, um es kurz zu Erwähnen diese Traktoren mussten zuerst mit Benzin gestartet werden , erst wenn der Motor warm war konnte umgestellt werden auf Petrol. Das Petrol verdampft von selbst braucht also kein Vergaser. An den Schleppern war aber trotzdem ein Solex Vergaser montiert damit man eben auch mit Benzin fahren konnte. Benzin/Petrol Traktoren sind gut erkennbar an den zwei Tankdeckeln.


So nun mal ein Bild zum gesamten Hürlimann Petrol-Traktoren Programm

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Dann als nächstes das Diesel Traktoren Programm( was darauf fehlt ist D400 & D500)

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Paradepferd und der kleinste , D600 und D 60

wem fällt es auf was noch auf dem Prospekt steht ??

Ja richtig gelesen es war ein D700 geplant , weil aber das Exportgeschäft nicht zufriedenstellend war liess man dieses Projekt fallen . Der Motor wurde aber gebaut ein riesiger 4 Zylinder Dieselmotor mit zwei Zylinderköpfen, auf dem Prüfstand lief er und brachte über 100PS, leider verschrottete man den Motor in den 70er Jahren weil er im Werksgebäude dauernd im Wege stand.

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Der H 12 meistgebauter Petrol Traktor von Hürlimann

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Hans Hürlimann und seine Konstrukteure entwickelten auch zwei Landmaschinen , diese liess er später wegen Kapazitätmangel bei der Firma Agrar bauen.

Der patentierte Hürlimann Graszetter , es ermöglichte Mähen und Zetten in einem Arbeitsgang

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Dann kam der patentierte Hürlimann Motorrechen , mit ihm konnte der Landwirt das Gras zu zwei oder zu einer Mahd zusammenschwaden oder durch Rückwärtslauf ebenfalls zetten. Meisterleistung der Konstrukteure der Motorrechen hat soviele Gelenke, dass über 50 Schmiernippel montiert sind.

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Noch ein Foto vom Typ H 19 Benzin/Petrol Traktor mit einem schwedischen Bindemäher der Marke AVA Herkules.
Und H 12 mit vollem Lenkeinschlag , alle Hürlimann Traktoren besassen immer eine Ganzranklenkung mit nahezu 85 Grad Lenkeinschlag.

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Edited by swiss-kobelco-driver

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swiss-kobelco-driver

Hans Hürlimann wuchs ja als Bauernsohn auf mit vielen Geschwistern. Die finanziellen Mittel waren nicht gross , wie in der Anfangsgeschichte erwähnt brauchte es Zeit bis der Betrieb so richtig in Schuss kam. Hürlimann besass eine grosse Leidenschaft das waren schnelle Autos der Marke Mercedes. Im Jahre 1934 bekam er ein Chassiseinheit eines Mercedes SSK ( Rohchassis Motor , Getriebe, Kühler, Achsen). Daraufhin liess er bei der Schweizer Carrosseriefirma Ramseier Worblaufen. Hans Hürlimann gab in Auftrag den schönsten Mercedes Sportwagen fahren zu können. Der Firma Ramseier gelang es ein Meisterwerk auf die Beine zu stellen. Am damaligen Concur de Eleganz in Zürich gewann der Wagen unter der Aufmerksamkeit vieler Carrosserie Desingner aus aller Welt die Goldmedallie.

Mit diesem SSK fuhr Hürlimann bis Mitte der 50er Jahre , ein schwerer Unfall hätte ihn dabei fast das Leben gekostet. Das Wrack kam dann nach Amerika , mittlerweile soll der Wagen wieder hergerichtet in Deutschland sein , Marktwert 1,5 Mio Euro.

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Eine weitere Leidenschaft und Hobby von Hans Hürlimann war die Jagd. Er liebte es im Bündnerland oder im Ausland mit seinen Jagdkollegen unterwegs zu sein. Während vieler Jahre war er auch Fischerei Aufseher Chef und hatte viele Bäche im Kanton St.Gallen unter sich.

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Der schöne Fluss Namens Thur verläuft in der Gegend um Wil SG , weiter durch den Thurgau und bis er in den Rhein mündet auch noch im Kanton Zürich.
Gerade in der Nähe des Hürlimann Werkes wo der Fluss noch nicht so breit ist , durch schöne Wald-Landschaften fliesst hat Hans Hürlimann eines Tages eine schöne Waldlichtung entdeckt. Mit seiner Familie seiner Frau und den Söhnen Hans und Max beschliesst er dort ein stattliches Jagdhaus zu bauen.


Sämtliche Bauarbeiten wurden in Eigenregie durchgeführt mit den Angestellten und Lehrlingen der Fabrik. Zuerst musste eine 2 km lange Strasse durch den Wald , steile Abhänge bis ans Flussufer errichtet werden.
Eine grosse Lichtung wurde gerodet natürlich mit den eigenen Traktoren.
Grosse Granitblöcke wurden im Bündnerland oder Tessin geholt natürlich mit Hürlimann Traktoren , ja es ging fast 2 Jahre bis das grosse schöne Haus fertig war.

Das Jagdhaus Burgwald bei Bazenheid ist Heute noch im Familienbesitz.

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Mit einem D 600 holte man Steinblöcke aus der Thur , Fahrer ist Sohn Max Hürlimann

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Das schöne Werk war natürlich auch ein Stolz von Traktoren Pionier Hans Hürlimann , es gehörte zu den modernsten Industriebauten der Schweiz. Helle grosse Räume mit viel Oberlichtern und grossen Fenstern an den Aussenwänden. Drinnen war es sauber wie im Spital. Eine Vorliebe für gewaltige Werkzeugmaschinen besass der Patron.
Diese hatten hauptsächlich englischen oder amerikanischen Ursprungs.


Hürlimann kaufte aus einer amerikanischen Waffenschmiede nach dem Kriege diese grossen Drehautomaten , sie funktionierten nach dem Lochkartenprinzip (vorstufe einer NC Maschine). Es konnten dabei 8 Stück Roh-Gussteile aufgespannt werden. Die Maschine führte die Arbeiten aus , danach kam durch den Arbeiter die Werkteil umspannung.

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Und hier noch aus der Nähe.

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Im Jahre 1967 wurde das Werk zum letzten mal noch erweitert:

Die Gesamt Produktionsfläche war somit 24'000 m2 , Arbeiterzahl ca. 370

Grossen Wert legte Hans Hürlimann auf die Ausbildung guter künftiger Berufsmänner. Jedes Jahr kamen ca. 50 neue Lehrlinge dazu . Mein Wunsch war es immer in diesem Betrieb eine Lehre zu machen leider schloss der Betrieb ja 3 Jahre davor.

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Jubiläum 25 Jahre Hürlimann Traktoren


Es war ein besonderes Jahr konnte man doch Rückblick machen auf die vergangenen Jahre , mittlerweile wurden über 10'000 Traktoren gebaut.

Das Patent von Ferguson für die Dreipunkt Hydraulik war endlich gefallen , nun machte man sich an die Konstruktion eines völlig neuen Traktors.

Nach 25 Jahren kam man vom Schneckenantrieb ab, und versah die neue Hinterachse mit einem innenliegenden Ritzelantrieb.

Das Getriebe war jetzt wahlweise auch mit 10 Gängen erhältlich.

Dazu war ein Dreipunkt - Hubwerk lieferbar.

Die Fahrzeugfront war jetzt aus Blechteilen.


D 60SSP und D80SSP waren die ersten Modelle ,


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Hürlimann Dreipunkt Hubwerk

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Querschnitt durch den Getriebe /Hinterachsblock

Doppelkupplung, 10-Gang-Getriebe , massive Ritzel Hinterachse,

sämtliche Bauteile wurden im eigenen Werk gefertigt.

H74.jpg





Vor dem Start der eigentlichen Serienproduktion dieser neuen Traktoren richtete man im Werk eine 130 Meter lange Montagenstrasse ein. Dieses System war jetzt neue und ersetze die alten Standplatz Montagen.

An diesem Foto kann sich das Auge verweilen kreisch.gifkreisch.gif

H76.jpg

Edited by swiss-kobelco-driver

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So weiter gehts dann mit der neuen Motorengeneration DS.


Wünsch euch allen ein schönes Weekend


gruss Manuel

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