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André

Euromac 2 Wand- und Deckenelemente - Meinungen?

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T.V.
ich habe diese bauweise für einen keller erst einmal gesehen.... privatleute haben ihren keller im eigenbau damit fabriziert... beim betonieren gabs dann offensichtlich probleme...irgendwie wurden die wände wellig...der bauherr meinte dann, es wäre nötig die wände von aussen in form zu halten...da sie sich sehr leicht verschieben und eine art schlangenlinie in längsrichtung der wand fabriziert wurde....
ich frage mich bei dem system, wie ich eine weisse wanne nach din fabrizieren kann...ich brauch ja mindestens 25cm betonstärke, allerdings als bII baustelle, bzw. 30cm aussenwand+verlorende schalung+putz...das gibt riesenwandstärken mit >40cm...dazu kann ich mir bei einer sauberen schalung evtl. den putz sparen...

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AS@Euromac2.de
Hallo André, hallo liebe Bauforum24 Mitglieder,


die hier diskutierten Beiträge und Bedenken gegenüber Schalungssteinen bzw. dem EUROMAC2 Bausystem sind durchaus berechtigt. Das liegt daran, daß es keine andere Branche auf der ganzen Welt gibt, die sich so langsam entwickelt, wie die Baubranche. Seit mehr als 30 Jahren gibt es Erfahrungen mit Styropor-Schalungssteinen. Natürlich war das System am Anfang nicht so gut entwickelt wie heute, aber jetzt weiß man genau, wie das EUROMAC2 Bausystem funktionieren muß. Mittlerweile wird das EUROMAC 2 Bausystem in mehr als 2000 Objekten jährlich in Europa verwendet. Das liegt daran, daß wir hier von einem System sprechen, daß für den PROFI, also Baufirma, Bauträger, Planer, Generalunternehmer, entwickelt wurde. Deshalb werden Objekte wie z.B. die Kantschule in Berlin Steglitz, (1996 gebaut, 7000m² Nutzfläche, 8 Stockwerke) Reihenhausanlagen, Mehrfamilienhäuser, Supermärkte und Luxusvillen mit so einem System gebaut. Interessanterweise ist aber die einfache Handhabung dieses Systems, die Tatsache daß kein Kran auf der Baustelle benötigt wird und die Steckweise, die wirklich der Legobauweise ähnelt, prädistiniert für den Einsatz als sogenannter "SELBSTBAUSATZ" für Häuslebauer. Aber Achtung, wer hier glaubt, daß er ein bisschen Lego spielt und schon ist sein Haus gebaut, der irrt sich. Wir zumindest liefern keinen Selbstbausatz an Private Bauherren direkt aus. Diese können nur über Firmen bezogen werden, die den Bauherren dann vor Ort betreuen können. Diese EUROMAC 2 Systempartner wurden in die Handhabung des Bausystems mehrere Tage geschult und wissen genau, wie es funktioniert.

Zum Thema Betondruck:
Zunächst muß wie folgt unterschieden werden:
Die EUROMAC2 Schalungssteine sind mit einem eingeschäumten Stahlkorb ausgestattet, der geschoßhohes Betonieren erlaubt, so daß Wandplatzer beim Betonieren nicht passieren können und sich keine Nester beim Betonieren bilden. Andere Anbieter haben Styroporstege als Abstandhalter der Styrporplatten, die im Verbund gesteckt, den Betonfluß behindern. Das Einfüllen erfolgt mit einer Pumpe. Man verwendet einem plastischen Beton der ein Ausbreitmaß von ca. 45° haben sollte. Die Güte hieß B25, 0,16 Korn. (Es gibt jetzt neue EU-Betonbezeichnungen die ich leider noch nicht im Kopf habe, aber ein B25 kennt jeder Betonlieferant. Verdichten bei einem Einfamilienhaus ist in der Regel nicht notwendig, da der Beton sehr gut in der Schalung entlang fließt. Falls Wandbewehrung in einem Kellergeschoß einzubauen ist, kann hier nachgestochert werden und auch gerüttelt werden (32er Flasche), falls notwendig. Wie gesagt, durch den Stahlkorb ist hier genug Stabilität vorhanden.

Zum Thema Diffusion, atmende Wände, etc.
Bitte FAQs auf EUROMAC2 nachlesen, Glaser Diagramm ist als PDF hinterlegt, läßt sich öffnen.
Aber auch mal ohne Diagramm gesprochen, es gibt keine atmenden Wände, falls doch dürfen die seit der EnEV nicht mehr atmen ( Zitat: Die Gebäudehülle ist luftdicht zu erstellen). Die Dampfdiffusion bzw. die Feuchtigkeit, die in Räumen entsteht, wird nur durch richtiges Be- und Entlüften aus dem Raum transportiert (deshalb nach dem Duschen im Bad Fenster aufmachen, oder beim Nudeln kochen in der Küche, müssen EUROMAC2 Bauherren genauso machen wie Bauherren die in Steinhäusern leben) Die normale Feuchtigkeit wird bei jedem Wandaufbau in den ersten Millimetern der oberen Schicht gespeichert (also im Putz). Das ist auch gut so, stellen Sie sich vor, sie haben ein Ziegelhaus mit einem hervorragendem Wärmedämmziegel. Wenn es so wäre, daß dieser die Feuchtigkeit so immens speichert wie es suggeriert wird, dann wäre der U-Wert bei einem Feuchtigkeitsanteil von nur 10% um die Hälfte vermindert, das wäre eine Katastrophe. Deshalb nochmal, für den Feuchtigkeitsausgleich sind immer die ersten Millimeter des Wandaufbaus, also i.d.R. Putz, verantwortlich.

Zum Thema Putz:
Der Unterschied zwischen EUROMAC2 Wänden und anderen Schalungssteinen liegt auch darin, daß auf der Oberfläche im Abstand von 50mm schwalbenschwanzförmige Vertiefungen von 7mm vorhanden sind, die eine hervorragende, mechanische Haftbrücke für den Putz darstellen. Bislang wurden uns keine Probleme mit Rissebildung bekannt.

Zum Thema Decke und Dach
Die Deckenelmente sind nichts weiter als eine sog., verlorene Schalung, daß heißt, nachdem der Beton in die Rippen und auf die Oberfläche aufgebracht wurde, ensteht hier in Verbindung mit dem nach Verlegeplan einzubauendem Stahl, eine sog. RIPPEN-BALKEN Decke, oft auch als sog. Kaiser-Omnia Decke bekannt, ein uraltes, statisch einwandfreies Prinzip. Mit den EUROMAC2 Deckenelementen kann so eine Decke innerhalb einer Stunde ! komplett verlegt werden, da die Elemente sehr leicht sind und direktes Begehen beim Verlegen ( durch eingschäumte Stahlprofile) erlauben. Bei Betonieren wir die Decke abgestützt, nachher kann diese Verputzt, verkleidet oder einfach gestrichen werden.

Die Dachelemente Typ MTP2 ersetzen durch eingeschäumte Stahlprofile die statische Wirkung der Sparren. Die Spannweiten bzw. Abstände sind in der Typenstatik nachgewiesen. Durch die Beschaffenehit von Styropor als Dämmstoff, ist hierbei ebenfalls keine Dampfsperre mehr einzubauen, da Sytropor die Eigenschaft hat, Feuchtigkeit bis zu 125ml aufzunehmen, aber diese in der 3fachen Geschwindigkeit wieder abzugeben. Außerdem ist Styropor unverrotbar und fault nicht (vgl. im Toilettenspülkasten der Schwimmer, aus was ist der ?)

Bei Vergleich zur Mineralwolle ist es so, daß bei Eindringen von Feuchtigkeit diese bei normalen Raumlufttemperaturen nicht mehr abgegeben werden kann, die Wolle fault und verliert ihren Dämmwert.

Das EUROMAC 2 Dachsystem eignet sich zum Neubau aber auch zur Sanierung, hat U-Werte von 0,20 bis 0,14 und bildet einen idealen Abschluß, für alle Häuser die mit einem Sattledach, Pultdach oder Krüppelwalmdach geplant sind, egal ob die Wände aus Ziegel, KS, Bims, Hebel oder Holz bestehen.

So, das war ein bisschen lang, sorry aber ich wollte die Fragen so gut es geht beantworten. Letzlich ist es wichtig zu wissen, daß alle Produkte, die EUROMAC2 herstellt, über eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung verfügen sowie, sofern notwendig, über eine Typenstatik der LGA.

Sofern Sie noch weitere Fragen haben, freue ich mich, diese zu beantworten. Vielleicht ist auch ein Besuch der Hompage EUROMAC2 hilfreich. top.gif

Liebe Grüsse,
Euer Alex

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AS@Euromac2.de
Zum Beitrag Weiße Wanne:
Eine Wieße Wanne kann mit dem EUROMAC 2 Bausystem nicht erstellt werden. Es kann aber mit Dickbeschichtung eine sog. "schwarze Wanne" erstellt werden oder , bei Nicht drückendem Wasser mit einer KSK (kaltselbstklebenden) Bitumenbahn abgedichtet werden

zum Thema wellige Wand:

Wie bereits erwähnt, dass A und O ist die richtige Handhabung. Wenn ein EUROMAC2 Haus gebaut wird, sind Richtstützen bereitzustellen (über den EUROMAC2 Systempartner), die an der Wandinnenseite im Abstand von 1.20 Meter zu befestigen sind, somit kann das Haus nicht wegfliegen (wie oben erwähnt wurde) und die Wand schwimmt beim Betonieren nicht auf und gerät nicht aus der Flucht. biggrin.gif

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André
Hallo Alex,

willkommen bei Bauforum24.
Vielen Dank für die ausführlichen und anschaulich gemachten Erläuterungen top.gif

Gruß,

André

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Form 8A
Zunächst freue ich mich sehr, dass sich mit Alex ein Vertreter der Vertriebsfirma den Fragen und der Diskussion hier im Forum stellt.

Richtig ist, dass die EnEV die eine lückenlose, luftdichte Außenhülle fordert. Diese Luftdichtheit lässt sich messtechnisch durch ein Differenzdruckverfahren (z.B. Blower-Door-Verfahren) überprüfen.

Weiterhin ist richtig, dass lediglich ca. 5 % des anfallenden Wasserdampfes in Form von Diffusion durch die Gebäudehülle abgeführt wird, der Rest wird (sollte) durch angepasstes Nutzerverhalten, bspw. Stoßlüften, „entsorgt“ (werden).

Diese 5 % Wasserdampf sind allerdings von elementarerer Bedeutung im Bauwesen. Die Nichtbeachtung der Gesetzmäßigkeiten dieses bauphysikalischen Phänomens führt immer wieder zu schweren Bauschäden. In der Luft ist Wasser in Gasform, also Wasserdampf enthalten. Je größer der absolute Gehalt an Wasserdampf, desto größer ist auch der Wasserdampfdruck. Dieser bewegt sich ohne Einwirkung anderer Kräfte und auch gegen die Schwerkraft immer in Richtung des Druckgefälles bzw. der geringeren Wasserdampfkonzentration. Im Winter verläuft diese Richtung von innen nach außen. Dabei findet dieser Vorgang durch die Gebäudehülle statt, da die Wassermoleküle sehr klein sind. Die Baustoffe setzen dieser Diffusion in Abhängigkeit von ihrer Dichte einen Widerstand entgegen. Dabei kann es vor dichten Baustoffen zu einem Stau kommen. Im Winter fällt auch die Temperatur in den Bauteilen von innen nach außen ab. Der Wasserdampf kondensiert zu Wasser in den Bauteilen, wo er die Tautemperatur erreicht.

Nach dem Glaser-Diagramm – das sich inzwischen öffnen lässt – kommt es bei diesem Baussystem zum Tauwasserausfall zwischen Schicht 2 und Schicht 3, also zwischen der Innendämmung und dem Betonkern, da sich dort die Kurve des Wasserdampfteildruckes mit der des Wasserdampfsättigungsdruckes berührt. Weder dem Diagramm noch der bauaufsichtlichen Zulassung ist zu entnehmen, ob die Menge des anfallenden Tauwassers nach Normung begrenzt wurde und sie in der normierten Verdunstungsperiode aus dem Bauteil entweichen kann.

Nochmal zu einigen baubetrieblichen Aspekten. Meine Zweifel bzgl. der Ebenheit der Wände sind noch nicht ausgeräumt nachdem ich auf der Homepage gesehen habe, dass die Abstützung der Wände nicht auf der Außenseite, sondern ausschließlich innen erfolgt. Ich sehe hier immer noch die Gefahr von Ausbeulungen. Eine weitere Überlegung ist, ob die Verbindung der Schalungssteine untereinander so kraftschlüssig erfolgt, dass während des Betoniervorganges kein Beton aus den Stößen austreten und später Kältebrücken bilden kann.

Bei einem Frischbeton mit einem Ausbreitmaß von ca. 45 cm handelt es sich um einen solchen der Konsistenz KR (weich). Dieser ist durch Rütteln zu verdichten, sonst besteht die Gefahr, dass sich Hohlräume bilden. Diese sieht man zwar nicht durch die Styroporhülle, sie verschlechtern aber deutlich den Schallschutz.

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