UB1213

Erdgas-Trasse Russland - dokumentarischer Bericht

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HardyS

Hallo Jürgen, in Eurer Freizeit habt Ihr auch Ansichtskarten verschickt ! Mindestens eine hat überlebt biggrin.gif
Bitte schau noch mal in deiner Kiste nach. Vieleicht findest Du noch ein paar Foto klatsch.gif

Trasse_Drushba_Komatsu___Mi_001web.jpg

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thor38

hm schade habe das leider zu spät gefunden...der tread ist ja interessant UB 1213 von wann bis wann warst du in russland und bei welcher Firma genau?

na ja insgesammt wurden von 1975-1989 ca 1750km pipeline von der damaligen ddr bauorganisation gebaut, nach den sonntagsreden, absichtserklärungen wurde von den russischen geographen, geodäsie- und vermessungsexperten der künftige verlauf der rohrleitung festgelegt.

dann sind die deutschen vermessungungstrupps gekommen und haben den genauen künftigen verlauf der pipeline kartiert sowie festgelegt.

ausgehend von der hauptachse war wurde die begrenzung nach links und rechts abgesteckt, die 18meter nach beiden seiten betragen hat. 18 meter ist auch der sicherheitsabstand zwischen den rohrleitungen, falls man später noch welche auf dem gleichen trassenverlauf parallel verlegen möchte.

in manchen gebieten liegen sechs rohrleitungen, der nennweite 1402mm parallel zueinander über viele hundert kiliometer.

so bald mehr...gruss mario

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Edited by thor38

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thor38

legenden und mutmassungen:

mancher wird sich fragen warum baut die ddr rohrleitung mitten im russenland? shades.gif

da ostdeutschland erdgas haben wollte, muss dem russen wohl die idee gekommen sein--der abnehmer soll doch selber mittun--oder die ostdeutschen staatslenker haben es vorgeschlagen man weis es nicht. whistling.gif

das der tread Erdgastrasse heisst, möchte ich noch anmerken es gab drei bauabschnitte:

bauabschnitt ukraine-Druschbatrasse (Friedenstrasse) eine Erdgas-Trasse von ca 1975-78

1. bauabschnitt ukraine ( erdgaspipeline ) 1982

2. moskauer abschnitt um permomaiski ( erdgaspipeline ) 1982

3. bauabschnitt ural ( erdgaspipeline ) 1984

so und für welche die sich weitergehend informieren wollen auf den link und dann oben auf ------>>chronik

http://www.erdgastrasse-lt.de/

alle standorte hatten mehrere reine wohlager mit werkstätten - pro oberbauleitungsbereich eine schweissbase-mit wohnlager --und werkstätten für die reperatur der technik. strom war von den russen--für notfälle gab es Notstromagregade von Deutz...aber auch anderen herstellern.

die wohnlager waren wie kleine dörfer-ähnelten aber optisch ab und zu mehr einem gefangenlager da teilweise umzäunt whistling.gif die unterkünfte waren aus barackenfertigteilen und wohnwagenburgen kombiniert, mit zentralheizung und warmwasser ! es gab ein grossen küchenbau mit speiseräumen und ein medpunkt dort war ein arzt und eine k-schwester...auch ne tankstelle gabe es^^und ein kohleheizkraftwerk.

so ca 500-650 arbeiter waren in einem wohnlager untergebracht.

die ernährung erfolgte zu 70% mit deutschen erzeugnissen, sie war von standort zu standort sehr verschieden, von sehr bescheiden bis gut, ich habe sie eigentlich als saumässig schlecht empfunden.

viele konserven oft überlager, das russenbrot war hart wie stein und innen oft nicht richtig durchgebacken, russenwurst nicht geniessbar weil da wohl panzen oder schlund und knorbel mit drinn war (ungeniessbar)

wochenlang von kartoffeln, rührei, salamie und schnittkäse ernähren macht nicht wirklich spass...

die bezahlung war für die lebens - und arbeitsbedingungen nicht angemessen! sad.gif

pro tag gab es 25mark auslöse...ein witz in ostberlin gab es 19mark...nur hier im ural waren wir über 3000km von der heimat weg und hatten misserable lebens und arbeitsverhältnisse + diese klimatischen bedingungen...kein radio-kein TV- fast keine frauen- 3wochen alte zeitungen und post braucht auch so lange...also wurde in der freizeit gefeiert ...gesoffen wie die kesselflicker whistling.gif

z.b bei der alaskapipeline haben die schweisser z.b. 2000dm west die woche bekommen...das war uns damals bekannt! baumaschinisten um die 6000md mad_red.gif

stundenlohn von ca 2,49 bis 5,80 waren nicht wirklich weltbewegend, was geld brachte waren die vielen überstunden+fahrkosten zuschlag für den weg vom wohnlager zur arbeit an die Trasse-line-strang ( an die Pipeline) und zurück..die hat je nach baufortschritt immer mehr zugenommen von einer stunde bis zu viereinhalb stunden an und abfahrt habe ich selber erlebt. wobei bei den viereinhalb stunden dann auf 24 stunden schichten umgestellt wurde. also man war 24 stunden auf der arbeitsstelle, wovon 18stunden gearbeidet wurde mit der technik, die restlichen sechs stunden verteilten sich wie folgt: tanken-laufwerk abgraben-wartung und pflege-essen.

sonst wurde aber im zweischichtbetreib 12-12 gearbeidet 7tage die woche im 14 tage modus wurde gewechselt, da hatte man dann wenn z.b. fast 18stunden freizeit.

12stunden+jeweils der an- und abtransportzeit war man oft 19 bis 20stunden auf den beinen pro tag.

im schnitt hat man pro tag fast nie mehr wie 4 stunden schlaf, sleeping.gif durch die irren an- und abtransporte.

man ist je nach einsatzort-transportstrecken-und lohngruppe + 750,- auslöse, auf 2600mark ost bis 4400mark ost gekommen.

da man aber in ostdeutschland so 650,- bis 1400,- verdienen konnte dachte man das ist ein guter lohn^^

die russen z.b
haben gleich auf der baustelle geschlafen, in zwei meter grossen rohren die auf eisengestellen befestigt waren. ihre entlohnung war noch geringer wie unsere, und sie mussten ein teil ihres lohns an ihren vorarbeiter abgeben...damit sie dabei bleiben durften.

ich selber war ab august 1985 im ural, dort herrscht kontinentalklima, kurze heisse sommer bis zu +40°C und 4-6 wochen regenzeit ab ende april-und nochmal ab ca 22september 4 wochen regenzeit. (schlägt auf das gemüht)
im winter bis 50°C in den spitzen --in der regel schwankt es aber zwischen -10° bis -35°C

entgegen andersartiger behaubtungen muss man aber feststellen, die kälte ist genauso kalt wie in deutschland, nur weil die luft trocken ist dauert es etwas länger bis sie durch kleidung oder stiefel dringt. ist man einmal durchgefrohren dann gibt es kein unterschied mehr!

ab 30° bleiben eisenteile an den händen kleben^^bei schneestrum hat man den windfaktor...da ist es unerheblich ob trockene kälte oder nasse kälte kommt.... ph34r.gif

einsatzdauer konnte man mitbestimmen...12-14 wochen waren die regel...habe welche getroffen die waren 25 wochen am stück draussen vor ort....meine längste zeit war mal 22wochen am stück...

so nun kommen bald ein paar bilder , nur dachte ich man sollte den bildbetrachter einige hintergrundinfos geben, die er vielleicht im hinterkopf hat beim schaun...

2008/06/post-10245-1212996827_thumb.jpg

Edited by handreas

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thor38

insgesamt muss man sich den rohrleitungsbau wie eine mobiele taktstrasse vorstellen.


vorstellen kann man sich das wie ein riesiger lebenden organismus, der sich mit den spezialgewerken die mal mehr oder weniger technisiert sind, durch die landschaft sein weg bahnt.

zwischen den einzelnen gewerken sind oft kilometerweite abstände...manchmal auch nur wenige hundert meter.

wenn sie sich zu nahe kommen, spricht man von auflaufen! was eigentlich nicht vorkommen soll, denn es zeigt an das etwas nicht richtig organisiert wurde, oder nicht richtig geplant wurde.

der "lindwurm" beginnt wie oben schon erwähnt:

beginnt mit erkundung und vermessung, kartierung

aufbau einer schweissbase und wohnlagers

-förster roden dann die bewaldeten teilstücke

-dann kommt der SEB-Schwere-Erd-Bau und rodet die wurzeln, schiebt den oberboden ab und stellt befahrbare wege her, im winter noch schneeräumung. eine besonders komplexe arbeit ist der senkenausbau.

-dann werden die rohre ausgefahren von der schweissbase oder einem zwischenrohrlager vom gewerk RT-rohr-transport

-weiter geht es mit den VS-vorstreckern sie fügen die rohre vor ort zusammen.

-ZWP - Zerstörungsfreie Werkstoffprüfung-röntgen die schweissnähte

-gewerk Rohrgraben baggert den graben aus und verfüllt ihn auch in der regel später wieder.

-RIV-reingen-isolieren-versenken, nimmt das rohr auf mit RLK-s und versenkt das rohr.

-Hiso-hand-isolierer...eine der körperlich anstrengensten arbeiten-bessern die schadstellen an den werkseitig isolierten rohren aus-isolieren die unisolieren teile der rohrleitung-passstücke-russenrohre-abzweigungen-düker-durchörterungen und legen bei dükern die schutzverlattung um die isolierung. sowie isolierung der schweissnähte.

-RWV-Rück-Wärtige-Verbindung stellt die verbindung zwischen den einzelen rohrleitungsabschnitten her
die rohrleitung wird immer wieder durch strassen oder ander hinternisse unterbrochen beim vorstrecken, das macht es später notwendig die verschieden teilstücke später mit spetzialisten wieder zu einem ganzen zusammen zu fügen.

-gewerk-rohrgraben verfüllt die leitung.

-Hauptdruckprobe prüft dichtigkeit

nach einer gewissen absetzzeit wird die baustelle nochmal planiert (rekultiviert) meist durch den SEB.

neben diesen haubtgewerken sind sind noch dutzende andere helfende gewerke im einsatz, die begleident und betreuend die riesige maschinerie aus technik und mensch am leben und laufen erhält.
sie mit verbrauchsmaterialien-ausrüstungsgegenständen-ersatzteilen-treib-und schmierstoffen und lebensmitteln versorgt.

baubasen und konvoi°s:

wohnwagen sind in der ukraine fotografiert...nähe karpaten

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thor38

der antransport von technik erfolgte zum teil per achse in die ukraine. gefahren wurde im konvoi, zum einen weil du russen so alles besser kontrollieren konnten, zum anderen man konnte sich gegenseitig besser hilfe leisten bei eventuellen technischen defekten.

für die transportlogistik zeichnete sich in der haubtsache der kraftverkehr cottbus als haubtauftragnehmer verantwortlich.


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